News aus der Rottalhütte

Am 15. Juni eröffneten wir, 1 Woche später als in anderen Jahren, die Hüttensaison. Es lag noch viel Schnee; so mussten wir bei der Quelle 1.7m tief graben, um die Wasserleitung in Betrieb zu nehmen. Thesi sei Dank! Auch die Fensterläden mussten freigeschaufelt werden. Sie wurden ins Tal geflogen, wo sie geflickt und von der Malerei Blättler mit den Lehrlingen gratis neu gestrichen werden. Herzlicher Dank, Andy! Dölf montierte den von Vielen lang ersehnten neuen Kaminhut, der besser vor Fallwinden und Sturmböen schützen soll.

Renovation Dach Südschild und Fassade West

Die Sanierungsarbeiten hatten wir auf 2 Wochen Ende Juli angesagt. Die Hoffnung, wenigstens einige Schönwettertage zu haben, wurde bei weitem übertroffen.
Dölf konnte mit Hansueli Zumstein am Freitag, 19. Juli, das Gerüst aufstellen. Es wurde uns freundlicherweise von Alex Scheidegger gratis zur Verfügung gestellt.
Am Montag fing die eigentliche Abbrucharbeit an. Bereits am Abend war der alte Eternit unten in Lauterbrunnen zur Entsorgung bereit. Am Dienstag rückten weitere Helfer an. So arbeiteten bis am Freitag 11-12 Leute an, auf, um und in der Hütte.
Dölf übernahm mit Hansueli die Vorarbeit. Meistens massen, sägten und hämmerten sie schon vor dem Morgenessen. Auf dem Südschild des Daches wurde eine wasserdichte Folie verlegt, neue Lattung angebracht und anschliessend neuer Eternit eingedeckt. An der Westfassade mussten die Eternitplatten ebenfalls ersetzt werden. Die neuen konnten direkt auf der Schalung befestigt werden. Hansueli und 1-2 Teenager waren eifrig mit den grossen Flächen beschäftigt und „hetzten“ Dölf, der sich den zeitraubenden Anpassungen und den Fensterverkleidungen widmete.

Wer sich nicht auf dem Dach oder der Fassade betätigen konnte, wurde zum Ausbessern und Vergrössern des Helikopterlandeplatzes eingesetzt. In schwerer Knochenarbeit wurden mit Pickel und Hebeisen passende Steinblöcke ausgehebelt und in die neue Trockenmauer eingesetzt. Kübelweise wurde Kleinmaterial herbeigeschleppt, um die Mauer zu hinterfüllen. Der vergrösserte Heliplatz lässt sich sehen, ein richtiger „Chilbiplatz“, könnte man meinen. Herzlichen Dank an Hugo, Marcel, Tino, Rahel, Mauro und Florian.

Wir Frauen kümmerten uns vor allem ums leibliche Wohl von Arbeitern und Hüttengästen. Zwischendurch wurde gründlich geputzt, geschruppt, geschüttelt und entstaubt (gefundener „Verdienst“ Fr. 5.25 ☺) Herzlicher Dank, Ines!

Die Hauptarbeit an Dach und Fassade waren am Freitag Abend sozusagen erledigt. Am Samstag kamen die frisch geflickten und gestrichenen Fensterläden und 32 Hüttengäste an. Wie waren wir froh, dass Noldi von der Guggihütte beim Anpassen der Fensterläden und Monika bei der Gästebetreuung halfen. Vielen Dank!
Nach dem verregneten Aufräumetag rückten am Dienstag Hansueli, Kaspar und Nadine wieder an. Alles Gerüstmaterial wurde demontiert und reibungslos auf die Helibasis in Lauterbrunnen geflogen.

Die zwei letzten Tage konnten wir etwas gemütlicher angehen. So lagen neben dem Versorgen des Brennholzes noch ein Erkundungstourli auf den Gletscher und ein „botanischer Ausflug“ zu den Edelweissen am Grat drin.
Dankbar für die gelungenen, friedlichen und unfallfreien Sanierungsarbeiten, die ohne die zahlreichen Helfer nicht möglich gewesen wären, konnten wir am 1. August bei der Rottalhütte ein besonderes Höhenfeuer entzünden. Die gute Stimmung und die gemütlichen Abendstunden mit „Ebnefluhkaffee“ bleiben uns ebenfalls in guter Erinnerung.

Wir möchten uns nochmals bei allen, die uns in irgendwelcher Art unterstützt haben, herzlich bedanken und hoffen, dass zahlreiche SAC-ler und „Noch-nicht-SAC-ler in den nächsten Jahren eine unserer schönen Hütten besuchen werden.

19. August 2013
Irene, Dölf, Kaspar und Nadine Grossniklaus